Chronik

Aus der Vereinsgeschichte ab dem 12.05.1907

 

Es ist schon eine bewegte Zeit, auf die der TSV Etzenrot im Jahre 2007 zurückblicken kann. Aber auch die eigentliche Vereinsgeschichte, das Auf und Ab der sportlichen und gesellschaftlichen Geschehnisse im Verlauf der 100 Jahre ist ein Spiegelbild der Ereignisse und Bewegungen des 20. Jahrhunderts.

 

Am 12. Mai 1907 waren es 33 Männer unter Regie von Karl Schäfer, die dem bereits seit 14 Jahren bestehenden Gesangverein im 480 Einwohner zählenden Etzenrot einen zweiten Ortsverein zugesellten. Wenn auch die Vereinschronik aus jener Zeit nicht allzu viel über die sportlichen und sonstigen Belange zu berichten weiß, so wird doch aus der Mitgliederbewegung sichtbar, dass die ersten Jahre nach der Gründung nur außerordentlich schwer zu überbrücken waren.

 

Dennoch konnte der spätere Vorstand Franz Hänle anlässlich der Generalversammlung am 30. Januar 1910 bereits über einen Mitgliederstand von 91, allerdings nur männlichen Sportlern berichten. Der gleichen Aufzeichnung ist es zu entnehmen, dass „Zöglinge bei der Generalversammlung das gleiche Stimmrecht wie die anderen Mitglieder haben“, womit der Nachweis einer wohltuend jugendfreundlichen und demokratischen Gesinnung ausreichend dokumentiert wird.

 

Die sportlichen Aktivitäten, die sich ausschließlich auf das Turnen bezogen, waren offensichtlich recht beachtlich, und die finanzielle Lage gestattete es dem Verein – wie die Chronik berichtet – anlässlich des Preisturnens im August 1910 in Berghausen jedem Teilnehmer das Mittagessen mit 1 Mark aus der Vereinskasse zu vergüten und dem Gesangverein „Constantia“ anlässlich dessen Stiftungsfestes den Betrag von 15 Mark zu übergeben.

 

Dennoch lassen die häufigen Wechsel in der Vorstandschaft und das stete Pendeln der Mitgliederzahlen darauf schließen, dass der noch junge Verein schwere Existenzkämpfe zu bestehen hatte.

 

Während unten im Tal die Elektrifizierung der Albtalbahn (1909-1912) erfolgt, Amundsen als erster Mensch den Südpol erreicht und der Untergang der „Titanic“ die ganze Welt entsetzt, nehmen die Verantwortlichen des Vereins jede Möglichkeit wahr, eine Stabilisierung des Clubs zu erreichen. So wird von Sportwettkämpfen, Tanzunterhaltungen, Gartenfesten mit Glücksrad und Preisschießen, aber auch von Abschiedsfeiern für die zum Militärdienst einberufenen Mitglieder berichtet.

 

Der letzte Eintrag im Protokollbuch vor Beginn des 1. Weltkrieges weist eine Mitgliederzahl von 16 Aktiven, 16 Passiven, 9 Einberufenen und ebenso vielen Zöglingen nach; das Vereinsvermögen wird mit 301 Mark und 37 Pfennig angegeben.

 

Nach den schweren Kriegsjahren, aus denen 7 Mitglieder nicht mehr zurückgekehrt waren, rief der langjährige Vorstand und spätere Ehrenvorsitzende Alois Schäfer am 26. Januar 1919 seine Treuen wieder zusammen. In zahlreichen Versammlungen, von denen das Berichtsbuch aus jenen Tagen erzählt, werden die mutigen Bemühungen und die aufsteigende Tendenz sichtbar. Trotzdem hatte man offensichtlich auch in jener Zeit Jugendprobleme, wie das Protokoll der Versammlung vom 28. November 1920 u.a. zu berichten weiß:

„… gab der Vorstand einen kurzen Bericht über den Kreisturntag in Rastatt. Unseren Jugendlichen schien dieses Referat zu langweilig und sie liefen während dem Vortrag davon, so dass der Vorstand seine Rede unterbrechen musste. Ein Zeichen, dass ihnen die anderen Vergnügungen besser am Herzen liegen, als die Turnerei…“

 

Das erste Bezirksturnfest des Karlsruher Gaus am 8. Oktober 1922, das dem TSV Etzenrot übertragen war, fiel förmlich ins Wasser. Dass man sich zu helfen wusste und sich dabei noch Meriten verdiente, zeigt das Protokoll:

Resultat war, dass der TSV Etzenrot wieder an erster Stelle kam. …Nachher wurde das Tanzbein

„… Infolge schlechten Wetters musste das Wett-Turnen in den hiesigen Gasthäusern abgehalten werden. …Das geschwungen…“

 

Die zwanziger Jahre ähneln der Zeit nach der Gründung: Die nachlassende Bereitschaft zur Mitarbeit in einer Zeit der Arbeitslosigkeit und Geldentwertung konnte nur durch das ständige Engagement einer Handvoll Eifriger ausgeglichen werden.

 

Die Erweiterung der sportlichen Tätigkeiten durch die Aufnahme des 1919 in Deutschland entstandenen Handballspiels – etwa im Jahre 1931 – dürfte sicherlich zum erneuten Aufschwung beigetragen haben, sicher vor allem die Tatsache, dass die Etzenroter dieses Spiel sehr schnell beherrschten und recht erfolgreich waren. Noch heute hört man selbst in Langensteinbach, halb im Groll und halb belustigt, dass der „Handballschüler“ Etzenrot schon nach kurzer Zeit seinen „Lehrmeister Langensteinbach“ regelmäßig besiegte und in Richtung Barbarakapelle zurückschickte.

 

Mit dem 3. Juni 1939 begann die Fußballaera in Etzenrot, aber der Ausbruch des 2. Weltkrieges behinderte zunächst eine hoffnungsvolle Entwicklung.

 

Mit Wirkung vom 1. Januar 1946 genehmigten Militärregierung und Landratsamt die formelle Neugründung des „Sportvereins Etzenrot“, dem Alfred Schäfer zunächst vorstand. Das Fußballspiel wurde im März 1946 auf dem alten Platz am Ortsausgang nach Reichenbach aufgenommen und 1947 sollte mit der Turnerei an die Vergangenheit angeknüpft werden. Dieses Vorhaben war dann auch der Grund für die am 12. Januar 1947 erfolgte erneute Namensänderung in „Turn- und Sportverein“ (TSV) Etzenrot.

 

Die ersten Nachkriegsjahre lassen den Verein nun richtig zur Entfaltung kommen. Aus der Not der Zeit und dem damit gegebenen Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln sich vielseitige Aktivitäten. So sieht man die Mitglieder nicht nur bei sportlicher Betätigung; das Theaterspielen gehört nun schon zu einer der jährlichen Einrichtungen. Sportfeste, Weihnachtsfeiern und kleine Ausflüge führten die verschworene Gemeinschaft immer wieder zusammen und vermittelten somit Hoffnung und Zuversicht für weitere positive Entwicklungen.

 

Als sichtbares Zeichen dieses Gemeinschaftsgeistes konnte unter Vorstand Wilhelm Kiecherer am 28. August 1949 – wenige Tage nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland – im Rahmen eines großen Festes der in Eigenarbeit erstellte Sportplatz beim heutigen Wasserreservoir eingeweiht werden.

 

Erstmals 1952 nahm eine TSV-Jugendmannschaft an der Verbandsrunde teil, die zur großen Überraschung aller unter Regie Jakob Marquardts im gleichen Spieljahr (1952/53) die Staffelmeisterschaft erringen konnte.

 

Gegen Ende der sechziger Jahre konnte in Gesprächen, die Hans Schindler weitgehend führte, mit Gemeindeverwaltung und Forstamt Einigung bezüglich des Sportplatzneubaus am Espig erzielt werden. Trotz hoher Verschuldung brachte der Verein die zeit- und kräfte-raubenden Arbeiten mit Hilfe der Ettlinger „Dickhäuter“ über die Runden und konnte, nachdem mit Trainer Erich Seiberlich 1960 die A-Klasse erreicht worden war, im August des gleichen Jahres die neue Sportstätte sowie die „Sporthütte“ einweihen.

Viele Hände hatten einen lang gehegten Wunsch somit erfüllt, und es wäre kaum möglich, die große Zahl der freiwilligen Helfer hier aufführen zu wollen. Stellvertretend für alle seien hier als treibende Kräfte Bruno Ziegler, Herbert Sahrbacher, Hans Schindler, Wendelin Anderer und Hermann Müller genannt.

 

Leider war es der 1. Mannschaft nicht vergönnt, in der anschließenden Saison auf dem neuen Sportplatz den Klassenerhalt zu sichern. Erst mit Trainer Rudi Klein gelang 1966 der Wiederaufstieg in einer Zeit, in der die schon legendäre „Sporthütte“ in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht ihren Höhepunkt erlebte. Wesentlichen Anteil daran haben der unvergessene Clubhauswirt Fritz Becker mit Ehefrau Herta, die sich um ihre Gäste in vorbildlicher Weise bemühten.

 

In diese Zeit fallen auch die ersten erfolgreichen Begegnungen mit den Partnerschaftsfreunden aus dem Champagneort Esternay, mit denen der Verein den Willen um eine Verbesserung der Beziehungen zu unseren französischen Nachbarn unterstrich.

 

Nach dem Höhenflug der zurückliegenden Jahre musste der TSV bald wieder kritische Zeiten überstehen. So stellte sich die Notwendigkeit der neuen Entwässerung des Platzes sowie der Renovierung des Clubhauses. Es ist also kein Wunder, dass, gewissermaßen als Folge dieser erneuten Belastung, mehrere Wechsel in der Vorstandschaft stattfanden und die Gemeinschaft auf harte Bewährungsproben stellte.

 

Dennoch entschloss man sich – unter tatkräftiger Mithilfe der Gemeinde und besonders des Bürgermeisters Schmieger – den Sportplatz im September 1970 neu anlegen zu lassen.

 

Nun galt es, bei Nachbarvereinen zur Durchführung von Spiel und Training Verständnis zu finden, Transportdienste für die Jugendmannschaften zu organisieren und mit den geringen Mitteln, da ja Einnahmen völlig fehlten, sparsam zu wirtschaften.

 

Zunächst war der Verein bis zum Jahresende 1970 Gast auf dem Ittersbacher Sportplatz, im Halbjahr 1971 hatte er in Spielberg Trainings- und Spielmöglichkeit und ab Juli 1971 bis Juli 1972 gastierte der TSV Etzenrot schließlich beim Nachbarn Spessart.

 

Die finanzielle Lage des Vereins erreichte 1971/72 ihren Tiefstpunkt, nachdem man seit 3 ½ Jahren nur noch mit den Mitgliedsbeiträgen die anfallenden hohen Kosten notdürftig abdecken konnte. Es fehlten die Zuschauereinnahmen, Gewinne aus Sportfesten und der Clubhausbewirtschaftung, und so war es nicht verwunderlich, dass sich im Verein gelegentlich das Gefühl der Hilflosigkeit und Resignation immer mehr ausbreitete und auch destruktiv auswirkte.

 

Dennoch, wie immer bisher in der Vergangenheit, hielt ein kleiner Kreis den Verein in der Hoffnung auf bessere Zeiten fest zusammen, und wenn in Versammlungen oder Sitzungen die Berichte über den Verlauf des Sportplatz- oder Clubhausbaus diskutiert wurden, konnte die hoffnungsvolle Erwartung neue Kräfte freimachen.

 

Inzwischen – man schrieb das Jahr 1972 – war Etzenrot seit einem Jahr in den Nachbarort Reichenbach eingemeindet. Die Gespräche in den Verwaltungssitzungen befassten sich sehr konkret mit Clubhausbau und Sportplatzeinweihung; die schwierige Verzahnung der verschiedenen Zuständigkeiten von Gemeinde, Bauleitung, Baufirma und Verein verzögerte die Projekte immer wieder.

 

Für die wichtigen, mit der Gemeindeverwaltung zu führenden Verhandlungen hatte der 1. Vorsitzende Raimund Koch in Friedrich Giese (2. Vorsitzender) einen tüchtigen Partner gefunden, der die Angelegenheit vorantrieb. Leider konnte das Vorhaben der Unterkellerung des Clubhauses, zunächst aus baurechtlichen Gründen, später wegen damit verbundener zu hoher finanzieller Forderungen der Baufirma, nicht realisiert werden.

Endlich, am 22. Oktober 1972, war es soweit! Nach über vier Jahren durfte der TSV erstmals wieder ein echtes Heimspiel auf dem neuen Platz austragen und mit einem verdienten 7:1 den SV Herrenalb nach Hause schicken. Zwar konnte man noch nicht über ein Clubhaus verfügen; findige Köpfe hatten aber bald entdeckt, dass auch in einer Kleinsthütte Platz genug war, um an kalten Tagen heiße Getränke den dankbaren Zuschauern zuzubereiten.

 

Erfreulichen Aufschwung nahm nun auch die aus Spielern der beiden Nachbarvereine SV Spielberg und TSV Etzenrot gebildete und in Etzenroter Farben spielende A-Jugend. Sie konnte unter Jugendleiter Werner Becker mit 22:0 Punkten Herbstmeister werden.

 

Anlässlich einer Sportwoche vom 22. Juni bis 2. Juli 1973 wurden Sportplatz und Clubhaus endlich offiziell eingeweiht. Die langwierigen und aufreibenden Bemühungen um eine sportgerechte Anlage hatten sich gelohnt und endlich fanden die Spieler im neuen Clubhaus eine Stätte, die ihnen, neben wirtschaftlichen Vorteilen für den Verein, die Möglichkeit zu sportlichem und geselligem Zusammensein ermöglichte.

 

„Die Zeit der Wanderjahre ist vorbei“, stellte der 1. Vorsitzende Hans Schindler beruhigt fest und Staffelleiter Englert fügte anerkennend hinzu, dass die Belastungen, die der TSV in den zurückliegenden Jahren ertragen habe, in ähnlichen Fällen ganze Vereinsgefüge gelockert hätte. Bruno Ziegler und Edgar Schwab wurden in Anbetracht ihrer Verdienste als Aktive und Verwaltungsmitglieder mit der Ehrennadel des Badischen Fußballverbandes ausgezeichnet.

 

Die folgenden Jahre standen im Zeichen sich stets steigernder Aktivitäten im sportlichen und gesellschaftlichen Bereich, bot doch das Clubhaus, ab 1. Mai 1974 von den Ehepaaren Becker/Ziegler bewirtschaftet, alle Möglichkeiten. Ob Fasching oder Kirwe, ob Sportfest oder Spiel, ob Kappenabend oder Versammlung, immer konnte man mit entsprechendem Besuch rechnen.

 

So sollten auch sportliche Erfolge nicht lange ausbleiben: Nach Abschluss des Spieljahres 1974/75 schaffte die 1. Mannschaft mit Spielertrainer Erich Hoier und Spielleiter Erhard Schück mit 41:3 Punkten und 100:14 Toren die Staffelmeisterschaft und kehrte damit zum dritten mal in die A-Klasse zurück. Die 2. Mannschaft schloss die Runde mit einem 3. Tabellenplatz ab.

 

Die nun folgenden Jahre standen im Zeichen der Ausdehnung und Erweiterung der Bemühungen und Veranstaltungen. Sportfeste wickelten sich sowohl auf dem Sportgelände, wie auch in der neuen Wiesenfesthalle ab, Weihnachts- und Fastnachtsveranstaltungen hatten im „Gesellschaftshaus“ große Resonanz gefunden, aber auch die Pflege und Instandhaltung von Sportplatz und Clubhaus machte größere Bemühungen erforderlich.

 

Das 70-jährige Jubiläum – im Rahmen einer Sportwoche vom 8. bis 11. Juli 1977 gefeiert – stand im Zeichen des drohenden Abstieges in die B-Klasse, nachdem sich einige der Seniorenspieler zu einem Vereinswechsel entschlossen hatten und auch in der Trainerfrage keine glückliche Lösung erzielt werden konnte.

 

Diese Situation führte vorübergehend dazu, dass vom 25. Mai 1978, nachdem H. Schindler eine Wiederwahl abgelehnt hatte, bis zum 20. Januar 1979 der verdiente 2. Vorsitzende Edgar Schwab als kommissarischer Vorstand die Geschicke des Vereins leitete.

 

Es war ein denkwürdiger Tag, der 20. Januar 1979, an dem trotz Kälte und Eisregen, trotz Glatteis und übler Straßenverhältnisse eine große Zahl von Mitgliedern zur Generalversammlung im Clubhaus erschien und Bernhard Becker einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden wählte. Auch die durchweg positiven Berichte dieser Versammlung – besonders über die von Hans Wilging geleistete Jugendarbeit – weckten Hoffnung auf eine aufsteigende Tendenz. So sind auch schon die ersten Protokolle der neuen Verwaltung sichtbare Zeichen für die Signalgebung, die von der Dynamik und Beherztheit des neuen Vorsitzenden ausging. Zunächst wurde Bilanz gemacht, ein umfangreicher Katalog von Arbeitsvorhaben erstellt und schließlich die finanzielle Realisierung gewissenhaft geprüft.

 

Die Außenanlagen machten eine gründliche Renovierung erforderlich und das Clubhaus musste durch eine verbesserte Fußbodenisolation und durch Wand- und Deckenverkleidung wohnlicher gestaltet werden. Aus Sportfest- und Beitragseinnahmen, mit Gemeindehilfe und durch freiwilligen Arbeitseinsatz der Mitglieder konnten die Vorhaben nach und nach realisiert werden.

 

Nun traten Probleme mit der Clubhausbewirtschaftung auf, und so blieb den Verwaltungsmitgliedern nichts anderes übrig, als auch – abwechselnd – in diesem Bereich tätig zu werden.

 

Seit dem 3. Juli 1979 bot sich den Besuchern des Seniorentrainings ein recht erfreuliches und dazu ungewohntes Bild: Eine große Zahl von Spielern bewegte sich auf dem Platz, sichtbar bemüht, durch intensive Arbeit ihre sportlichen Qualitäten zu verbessern. Die Ursache dieser bereitwilligen Mitarbeit lag in der Verpflichtung von Trainer Linder, der sowohl durch seine fachliche Qualifikation, wie auch hinsichtlich seines pädagogischen Geschicks zu einem bedeutenden Aktivposten in der sportlichen Arbeit des Vereins wurde.

 

Das Jahr 1981 stand weitgehend im Zeichen der Planung für das Jubiläumsfest 1982, das erstmals im Sportzentrum Reichenbach stattgefunden hat. Es sollte zu einem vollen Erfolg, sportlich, wirtschaftlich und auch hinsichtlich der damit verbundenen gemeinschaftsbildenden Aspekte führen. Die Zeichen, gegeben durch die damals sichtbare Aufwärtstendenz und die gesicherte Vereinsstruktur, standen günstig; dennoch – und dies entnehmen wir der nun 75 Jahre alten Vergangenheit dieser Vereinigung - stand und fiel die weitere Fortentwicklung mit der Bereitschaft seiner Mitglieder zu stetem Engagement in schwierigen, wie in guten Zeiten. Erfüllt er diese Aufgabe, dann setzt der Verein die gewachsene Tradition im Sinne seiner Gründer in zukünftigen Zeiten fort.

 

 

Aus der Vereinsgeschichte ab dem 19.05.1982

 

 

Das 75-jährige Jubiläum im Jahre 1982 wurde durch viele helfende Hände und einem tollen Programm ein voller Erfolg.

 

Den Anfang machte der Südwestrundfunk mit Künstlern wie Nino de Angelo, Fredl Fesl aus München und weiteren großen Namen aus der Schlagerbranche. Dank Arno Stengert und der Binding Brauerei stellte der Auftritt der 33. US Army Band einen weiteren Höhepunkt des Festes dar. Der volkstümliche Bunte Abend mit einer Trachtenkapelle und einer Trachtengruppe aus Bad Reichenhall setzte dem Festsamstag die Krone auf.

 

An dieser Stelle vielen Dank all denen, die dieser Truppe während ihres Aufenthalts in Etzenrot in ihren privaten Zimmern ohne Entgelt einen angenehmen Aufenthalt bereitet haben.

 

Der Sonntag mit der Uwe Seeler Traditionsmannschaft fiel buchstäblich ins Wasser. Wie aus Kübeln regnete es von Morgens bis Mittags. So wurden der Platz und auch die Zuschauerresonanz in Mitleidenschaft gezogen. Man musste das mühsam erarbeitete Geld einem Spiel der Uwe Seeler Mannschaft gegen eine Kreisauswahl opfern. Zum Schluss stellte man fest: Schön gefeiert, dabei sein war alles, doch unterm Strich war dies kein Erfolg!

 

Das Positivste an diesem Fest war der vorangegangene Aufstieg der 1. Mannschaft. Die Schiedsrichter des Vereins standen dem nicht nach und stiegen ebenso eine Klasse höher. Werner Heller stieg sogar in die Verbandsliga auf.

 

Die Trainertätigkeit übte damals der legendär gewordene Papa Linder aus, welcher leider schon verstorben ist. Auch unser allerseits beliebter Spielausschuss Coach Bruno Ziegler, dem eine über 50 jährige Tätigkeit beim TSV zu verdanken ist, musste leider schon von uns gehen. In diesem Zusammenhang muss auch der Name Edgar Schwab genannt werden, welcher sämtliche Funktionen, die ein Verein zu vergeben hat, innehatte. Und dieses, genauso wie Bruno Ziegler, über 50 Jahre lang. Wo gibt es das heute noch?

 

Die erfolgreiche Zeit des TSV Etzenrot ging weiter mit der Verpflichtung des Trainers Franz Carlo Lehmann im Jahre 1984. Der Abstieg aus der A-Klasse drohte und zu allem Elend verlor man auf eigenem Platz das entscheidende Spiel gegen Ettlingen mit 3:5. Bei strömendem Regen willigte Lehmann nach dem Spiel in eine Vertragsunterzeichnung mit den Worten ein: „Weiter runter in der Tabelle kann es nicht mehr gehen, jetzt rollen wir das Feld von hinten auf“. Genau 10 Spiele blieben Lehmann und der Mannschaft noch. Es sollte einen Sturmlauf geben; am Schluss belegte man sogar noch den 8. Platz. Zu dieser Zeit mischte Lehmann nicht nur die Mannschaft, sondern auch die gesamte hervorragende Vorstandschaft nebst den guten Spielausschüssen auf. Er gab das Ziel aus, im darauf folgenden Jahr in die Bezirksliga aufzusteigen. Daran dachte zunächst in Etzenrot noch niemand.

 

Der agile Umtrieb des Trainers brachte auch die Planung des Sportplatzneubaus in Etzenrot wieder in Fahrt.

 

1985 war wohl das erfolgreichste Jahr in der bisherigen Vereinsgeschichte.

 

Nicht nur der Aufstieg in die Bezirksliga durch 2 Relegationsspiele gegen den TSV Weingarten, welche beide gewonnen werden konnten, wurde erreicht, sondern noch viel mehr. Dank des Gemeinderates der Gemeinde Waldbronn und Bürgermeister Glaser, auch durch viel Druck der Vorstandschaft des TSV konnte man in die Planung des neuen

Hohbergstadions einsteigen. Dies war bei Leibe keine einfache Geschichte. Nach mehreren Standort- und Planbesprechungen kam man auch in finanzieller Hinsicht, zu dem Ergebnis, am alten Standort umzubauen und einen Kunstrasenplatz zu errichten. Dem gingen viele Besichtigungen und Testspiele voraus, so zum Beispiel in Wertheim, Dobel und Stauffenberg.

Zu diesem Zeitpunkt gab es vermutlich, trotz vieler Bemühungen seitens der Vorstandschaft, kaum eine Alternative zum Standort und zur Beschaffenheit (Kunstrasen) des Sportplatzes. Also legte man Ende 1986 nach mehreren Schlussbesprechungen los und räumte das Gelände ab, um 1986/87 im Frühjahr zu beginnen. Es musste viel Fels gesprengt werden, auch viele Bulldozer waren zugange, um die Grobplanie herzustellen.

 

Zu dieser Zeit bestritt man das Training und die notwendigen Spiele auf dem Hartplatz des SV Spielberg. Pünktlich zu Rundenbeginn in der Bezirksliga, wo man noch ca. 8 Spiele in Spielberg austragen musste, ging es los.

 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den SV Spielberg.

 

 

Das erste Spiel auf heimischem Gelände mit einer großen Sportplatzeinweihung fand zufälligerweise gegen die SG Stupferich statt, dem Heimatverein des damaligen 1. Vorsitzenden. Das Spiel endete, wie sollte es anders sein, 1:1.

Die Retourkutsche folgte allerdings beim Rückspiel in Stupferich, welches man beim damaligen Landesliga Absteiger 1:3 gewann. Torschützen waren unter anderen einmal mehr Jürgen Schäfer mit zwei Treffern.

 

Bei der Sprengung der Randgebiete des Sportplatzes kamen wunderschöne Rohsteine zum Vorschein. Einen davon verwendete man auf Vorschlag von Manfred Sahrbacher, um einen Gedenkstein für die verstorbenen Mitglieder zu errichten. Dieser konnte im Jahre 1988 feierlich von Pfarrer Lehmann eingeweiht werden. Die musikalische Umrahmung, mitgestaltet vom Gesangsverein „Constancia“ Etzenrot und dem Musikverein Harmonie Etzenrot bekam so einen würdigen und feierlichen Rahmen.

 

Beiden Vereinen sei an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön gesagt.

In diesem Zusammenhang muss ebenso das Rote Kreuz Etzenrot genannt werden - waren sie doch bei allen Veranstaltungen des TSV präsent, darüber hinaus natürlich auch bei allen Pflichtspielen des Vereins.

 

Auch hierfür ein herzliches Dankeschön!

 

 

Zufälligerweise wurde in diesem Zeitabschnitt auch die sehr erfolgreiche Zeit des Jugendtrainers Matthias Becker gelegt, der mit 16 Jahren begann, die C-Jugendmannschaft zu trainieren, welche später über lange Zeit auch den Fortbestand der Bezirksliga sicherte und in dem viele namhafte Spieler aus dieser Zeit die 1. Mannschaft der Bezirksliga bereicherten.

 

So hatte man eine B-Jugend Spielgemeinschaft 84/85 mit dem SV Spielberg, mit der man 85/86 Meister wurde, aufstieg und 86/87 im Kreispokal über den VFB Bruchsal, VFR Pforzheim erst an Waldhof Mannheim scheiterte, dessen Mannschaft zu 70% mit Jugendnationalspielern gespickt war. Allerdings verlor man dann letztendlich vor 500 begeisterten Zuschauern mit 3:0, wobei es über 70 Minuten lang 1:0 für Waldhof stand.

 

Blicken wir noch einmal zurück auf den sportlichen Teil der 1. Mannschaft. Über 4 Jahre lang war man mit Trainer Lehmann unter den ersten sechs Mannschaften in der Tabelle der Bezirksliga; immer mit einem Auge auf die Landesliga. Dies wäre jedoch für die Struktur des TSV Etzenrot des Guten zu viel gewesen. So verabschiedete man Lehmann im Jahre 1989

 

nach 5 überaus erfolgreichen Jahren zum FC Busenbach. Was ja auch seinen Initialen Franz Carlo entsprach. Auch dort wurde er ein Jahr später Meister und stieg in die Landesliga auf.

 

Beim TSV Etzenrot liefen die nächsten Jahre ab, ähnlich wie in der Bibel beschrieben: Nach den fetten Jahren kommen auch mal wieder Magere. Dieses lag nicht so sehr an der Führung des TSV, sondern an den allgemeinen Vereins- und Wirtschaftstätigkeiten, welche zunehmend problematischer wurden.

 

Nach Dietlef Müller, der auch gleichzeitig mit seiner Frau die Clubhausbewirtung übernahm, aber nach nur einem Jahr beruflich nach Berlin ging, mussten aus beruflichen Gründen mehrere Vorstände vorzeitig das Handtuch werfen.

 

Doch die sportliche Geschichte ging Gott sei Dank noch weiter. Mit mehreren Vorstandswechseln, sowie Trainern rettete man die Bezirksliga bis ins Jahr 1991.

 

Ausgerechnet Matthias Becker, dem erfolgreichen Jugendtrainer aus früheren Jahren, fiel die undankbare Aufgabe zu, mit dem TSV in die A-Klasse abzusteigen, was hauptsächlich die Folge eines großen Aderlasses der 1. Mannschaft war. Viele junge Spieler aus seiner Truppe folgten dem Ruf der höher spielenden Vereine, so dass auch er und alle ihm Gleichgesinnten es nicht verhindern konnten, dass man 1992 in die A-Klasse abstieg.

 

Jürgen Schäfer, damaliger 1. Vorstand, konnte sein Amt aus beruflichen Gründen nicht mehr ausüben. Die sehr problematische Wirtschaftssituation mit Job und Arbeit zwangen auch den Spielausschussvorsitzenden Thomas Ruppert zur Aufgabe seines Postens. Der damalige 1. Vorsitzende Roland Schneider übernahm zusammen mit Hansi Schäfer kommissarisch den Posten des Spielausschusses, um die 1. Mannschaft bei den kommenden schweren Spielen gegen den erneuten Abstieg aus der A-Klasse zu unterstützen.

 

Bei der Generalversammlung am 17.02.1992 konnten unter der Wahlleitung des damaligen Marxzeller Bürgermeisters Bernhard Becker, auch ein ehemaliger Vereinsvorsitzender, keine Posten neu besetzt werden. Der ehemalige Vorsitzende Roland Schneider stellte dem Verein die alles entscheidenden Fragen: 1. Die Vorstandsposten bis zur nächsten außerordentlichen Generalversammlung neu zu besetzen. 2. Eine Fusion mit den beiden anderen Fußballvereinen TSV Reichenbach oder FC Busenbach anzustreben oder 3. den Verein aufzulösen.

 

Die wirtschaftliche Rezession, die damals begann, traf den TSV mit aller Macht.

 

So führte Bernhard Becker den Verein kommissarisch weiter bis zum Februar 1994, so dass man um die oben genannten schrecklichen Visionen herumkam.

 

Bei der Generalversammlung im Februar 1994 konnten mit Rainer Ostermeier und Michael Masino zwei neue Vorstände gefunden werden. Kassier wurde Miguel Blaszquez, Schriftführer Dirk Nowotny, Leiterin der Damenabteilung Gymnastik Hildegard Breinlinger und Hedda Lemmer, Spielausschuss Thomas Gobsa, Axel Schneider und Jürgen Schröder, sowie die Beisitzer Erich Mangler und Herrmann Rabold.

 

1994 konnte auch der Abstieg aus der A-Klasse nicht mehr verhindert werden.

 

Auch dieses Vorstandsgremium musste den schwierigen beruflichen Zeiten Tribut zollen und sein Amt 1995 niederlegen.

 

Waren auch die sportlichen Ambitionen in der B-Klasse nicht gerade das, was man sich vorstellte, so fand man mit Manfred Bucher und Detlef Müller wenigstens ein Vorstandspaar, welches für ein wenig mehr Kontinuität sorgte. Auch als Manfred Bucher aufgrund gesundheitlicher und beruflicher Gründe sein Amt 2002 niederlegen musste, reihte sich Reinhard Müller nahtlos ein. Flankiert wurden beide Vorstände vom Geschwisterpaar Jürgen und Rüdiger Schäfer, die sehr viel zum Gelingen des Vereinslebens beitrugen. Leider musste der TSV Etzenrot Rüdiger Schäfer im Alter von 43 Jahren zu Grabe tragen.

 

Der umtriebige Vorstand, allen voran Reinhard Müller, ging nun seinerseits daran, den inzwischen verschlissenen Kunstrasen zusammen mit der Gemeinde umzubauen. Man kämpfte mit ähnlichen Problemen wie beim ersten Sportplatzbau, zumal die Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden immer leerer wurden und noch sind.

 

Trotzdem schaffte es Reinhard Müller im Jahre 2004 den Sportplatz einzuweihen. Mit tatkräftiger Hilfe von oben, nämlich einem Festgottesdienst mit feierlicher Umrahmung, konnte im Juli 2004 der Platz seiner Bestimmung übergeben werden. So viele Besucher hätte sich Pfarrer Bastian aus Busenbach jeden Sonntag in seiner Kirche gewünscht, stellte er in seiner Predigt leicht verschmitzt fest. Bürgermeister Ehrler übergab mit einer Festansprache den Platz seiner Bestimmung. Festgelegt ist dabei unter anderem, dass der Platz selbstverständlich auch Jugendmannschaften aus Reichenbach und Busenbach, sowie bei schlechten Platzverhältnissen deren 1. und 2. Mannschaften zum Training zur Verfügung steht.

 

2005 wurde Reinhard Müller zum 1. Vorstand und Alexander Paar zum 2. Vorstand gewählt. Diesen beiden Herren und ihrer tatkräftigen Verwaltung obliegt es nun den TSV Etzenrot ins Jubiläumsjahr 2007 und zum 100. Geburtstag zu führen.

 

Nicht nur diesen beiden Herren und ihrer Verwaltung wäre es ein Herzenswunsch, wenn mal wieder eine Meisterschaft in Etzenrot für ihre sportlichen Erfolge gefeiert werden dürfte.

 

Bei der Jahreshauptversammlung am 14. März 2008 wurde Ottokar Krämer zum

1.Vorsitzenden gewählt, auch die Verwaltung wurde mit neuen Mitgliedern besetzt.

 

Die wesentlichen Entwicklungen und Veränderungen des Vereins im Jahre 2008, u. a.

 

- Abschluss des Pachtvertrages für das Sportgelände mit der Gemeinde Waldbronn im September 2008

- Vereinbarung mit der Gemeinde Waldbronn über die Sanierung des Clubhauses, hier insbesondere die Dachsanierung, der Baubeginn ist in 2009                             -Abschluss eines neuen Bierlieferungsvertrages mit verbesserten Bedingungen mit der Brauerei Hoepfner zum 01.09.2008

- die Bewirtschaftung des Clubhauses konnte neu geregelt werden, seit November 2008 steht das Ehepaar Schochardt zur Verfügung, das auch Platzpflegearbeiten übernimmt

- Anschaffung neuer Außenmöbel für das Clubhaus

- Sanierungsarbeiten im Innenbereich des Clubhauses und an der Holzhütte

 

Mit den getroffenen Vertragsregelungen und den erfolgten bzw. verbindlich vereinbarten Sanierungsmaßnahmen sind gute Voraussetzungen für die künftige Entwicklung des Vereins erzielt worden.

 

Im April 2009 trat die neu verfasste Satzung in Kraft.

 

Am 01.01.2011 wurde das Clubhaus durch einen Erbbaurechtsvertrag von der Gemeinde Waldbronn übernommen.

 

Im Spieljahr 2010/2011 konnte die 1. Mannschaft unter Trainer Mathias Becker

wieder in die Kreisklasse B aufsteigen.

 

2014/2015 erfolgte der Abstieg in die Kreisklasse C, wo unsere Mannscht seit diesem Zeitpunkt spielt.

Kontakt:

info@tsv-etzenrot-1907.de

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